Meinungsfreiheit und Showbusiness

Wir leben in einer Region der Erde, in der die Meinungsfreiheit gesetzlich verankert ist.

Die Meinungsfreiheit, genauer Meinungsäußerungsfreiheit, zu unterscheiden von der z. B. in den USA geltenden Redefreiheit, ist das gewährleistete subjektive Recht auf freie Rede sowie freie Äußerung und (öffentliche) Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild sowie allen weiteren verfügbaren Übertragungsmitteln.

Quelle: Wikipedia

Wenn ich mich so auf Fanpages und in Fangruppen auf Facebook umsehe, dann scheinen Einige das Konzept aber falsch zu verstehen.

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/paragraphenzeichen
Man liest dann Dinge wie:

Ich finde es grossartig, dass ihr eine eigene Meinung habt. Aber ich will diese Meinung weder in Songs verpackt, noch auf Merchsachen gedruckt und schon gar nicht auf Bühnen erwähnt haben.

Faszinierend! Die Leute nehmen sich das Recht, ihre Meinungsäusserungsfreiheit zu nutzen, um Bands auf deren eigener Facebookseite eben jenes Recht abzusprechen. Es wird dann argumentiert, man habe schliesslich Geld bezahlt, um Musik zu hören und nicht, um zum Denken angeregt zu werden.

Zur Zeit sind die vielen Flüchtlinge, die ihr Überleben in Westeuropa suchen ein grosses Thema. Wer sich ein wenig mit den Spielleuten landauf und landab auseinander gesetzt hat, den wundert es nicht, dass diese meistens eine pro Flüchtlingshilfe Haltung einnehmen. Aber auch dieses Recht wird ihnen von manchen Menschen abgesprochen.

Ich finde es nicht gut, dass ihr Flüchtlinge, Helfer und Anti-Rechts-Aktionen unterstützt. Schliesslich sollt ihr mich unterhalten und keine politische Meinung vertreten!

Versucht man dann, mit den entsprechenden Personen zu diskutieren, artet es häufig in eine Schlammschlacht aus. Jedes sachlich vorgebrachte Argument wird mit tw. äusserst rassistischen Parolen abgeschmettert. Wagt man dann nach Quellenangaben für gewisse „Tatsachen“ zu fragen, heisst es schnell, man würde die Meinung des Anderen nicht zulassen. Und da er/sie recht habe, das „Gegenüber“ dies jedoch nicht akzeptieren könne, sei eine Diskussion völlig zwecklos. Man werde schliesslich nur diskriminiert.

Ich finde diese Entwicklung erschreckend. Natürlich bin ich auch nicht immer in Stimmung für die Botschaften in den Songtexten. Dies ist für mich aber lange noch kein Grund, um deswegen die Band – die notabene viel Herzblut in ihre Texte gesteckt hat – anzugreifen bzw ihr zu verbieten, solche Botschaften zu verbreiten. Wenn ich Etwas nicht hören oder verstehen möchte, dann konzentriere ich mich halt mehr auf die Melodie des entsprechenden Liedes. Wenn ich Etwas nicht sehen will, dann kaufe ich den entsprechenden Artikel nicht. Wenn mich ein Spruch auf der Bühne stört, dann stelle ich die Ohren auf Durchzug.
Kann oder will ich das partout nicht und störe mich pausenlos daran, dann sollte ich mir überlegen, ob das wirklich „meine“ Band ist oder ich mich da nicht vertan habe…und dann still & leise weiterziehen.

Mir ist bewusst, dass ich mich mit obigem Artikel auf dünnem Eis bewege. Darum möchte ich betonen, dass es mir nicht darum geht, den Leuten ihre (teilweise auch berechtigte) Kritik zu verbieten. Im Gegenteil, ich finde es sogar ok, wenn man sagt, was einem warum nicht gefällt. Ich erhoffe mir jedoch, die Leute zum Nachdenken anzuregen. Was poste ich da gerade? Wie habe ich es geschrieben und wie kommt es an? Wollte ich tatsächlich aussagen, was da steht oder sollte ich es umformulieren? Ist meine Aussage allenfalls verletzend oder respektlos?
Manchmal beruhen diese Schlammschlachten nämlich auch schlicht und ergreifend auf Missverständnissen oder Formulierungsfehlern…

Ein Kommentar zu „Meinungsfreiheit und Showbusiness

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