Spass in Zeiten des Terrors?

Kamischli, München, Mogadischu, Nizza, Istanbul, Orlando, Lahore, Brüssel, Paris

Beinahe täglich erreichen uns Nachrichten von Terror, Gewalt und Tod. In den sozialen Medien werden Hassreden geschwungen, Schuld sind immer *hier Ethnie/Politpartei/Gemüsesorte eurer Wahl einfügen* und sowieso habe ich immer Recht, denn wer nicht für mich ist, ist gegen mich.
Gehört in diese Welt überhaupt noch ein „Spassblog“, wie ich ihn betreibe? Offenbar nicht, wenn es nach gewissen Menschen geht.
Wie ich darauf komme? Ich wurde angefragt, warum ich die Macht meines überaus bekannten *huuust* Blogs nicht nutze, um die Menschen zu mehr Toleranz aufzurufen. Nun ja, es war nicht ganz so kurz, nett und hübsch formuliert, aber egal.

Die wohl einfachste Antwort:
Weil ich es kann…

Die bequemste Antwort:
Weil es mein Blog ist und immer noch ich entscheide, was darauf kommt.

Die nachdenklichste Antwort:
Der Terror ist schon längst auch im ach so sicheren Europa angekommen. Es kann mir keiner garantieren, dass ich nicht beim nächsten Konzert, auf dem nächsten Festival oder wenn ich morgen mit der Bahn zur Arbeit fahre Opfer dieses Terrors werde. Was in den letzten Wochen und Monaten auf der ganzen Welt passiert ist, ist unsagbar schrecklich. Die Opfer und ihre Angehörigen haben mein tiefstes Mitgefühl und zwar ausnahmslos alle. Dafür muss ich weder meine Profilbilder in die Farben irgendwelcher Landesflaggen hüllen, noch irgendwelche komischen Sprüche teilen oder gar Hassreden schwingen. Es ist aber auch ganz menschlich und natürlich, dass ich bei gewissen Anschlägen tiefer betroffen war, als bei anderen.
Nehmen wir zum Beispiel Nizza. Ich kenne diese Stadt, war schon mehrmals dort und bin exakt genau diese Strasse auch schon entlang geschlendert.
In München habe ich schon wunderschöne Wochenendtrips verbracht und entsprechende Erinnerungen. In der Türkei dagegen war ich noch nie, die dortigen Anschläge fühlen sich daher für mich „weiter weg“ und „weniger persönlich“ an; nicht aber weniger schlimm. Jeder Mensch, der bei Attentaten verletzt oder getötet wird, ist ein Mensch zu viel!
Dennoch bin ich der Meinung, dass wir diese Terrorakte nicht uns und unseren Alltag dominieren lassen dürfen. Es ist unser Recht, das Leben zu geniessen und Spass zu haben. Es kann nicht sein, dass wir Terrorismus in den Vordergrund stellen und alles andere unterordnen. Mein Blog war aus einem Grund entstanden, ich wollte meine schönen Erinnerungen und Erlebnisse bei Festivals, Conventions, Konzerten und Reisen nicht vergessen. Da ich aber kein Tagebuchschreiber bin, kam die Verfassung eines solchen nicht in Frage. Einen Blog zu schreiben, andere Menschen an meinen Abenteuern teilhaben zu lassen und vielleicht zum schmunzeln zu bringen, das entspricht eher meinem Naturell. Dafür ist die Drachenkralle entstanden und nicht um zu politisieren. Es ist nicht auszuschliessen, dass ich auch mal über ernstere Themen schreibe, aber diese stehen hier wirklich nicht im Vordergrund.
Damit komme ich wieder zu der einfachen und bequemen Antwort: Es ist mein Blog und der soll den Menschen Spass und Freude – mit einem Hauch Nachdenklichkeit – bieten, die ernsten Themen diskutiere ich gerne mit euch zu einem Krug Himbeerbrause an der Taverne zum Schwarzen Kater oder einem Becher Met bei der Drachenschenke

2016_MPS_Karlsruhe-449

 

2 Kommentare zu „Spass in Zeiten des Terrors?

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  1. Hat dies auf Rabenfeder rebloggt und kommentierte:

    Diesen Artikel beschreibt perfekt meine Gedanken. Ich lebe mein Leben und schreibe meinen Blog, wie ich es für richtig halte. Angst und Terror betrifft auch mich, aber ich bin nicht bereit dem nachzugeben. Das hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, denn das bin ich bei weitem nicht. Ich bin traurig, schockiert, wütend, hilflos und entsetzt. Aber ich weiss nicht was Morgen sein wird, und ich bin nicht bereit das Gute aufzugeben, denn dann hat das „Böse“ bereits gewonnen. Das Schöne im Leben zu feiern ist auch ein Teil des Kampfes gegen Gewalt und Hass. Danke Laju

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