Unterwegs zu den Folkshelden

Als ich vor einigen Monaten auf Facebook eine Freundschaftsanfrage von einem gewissen André Aello Freitag bekam, war ich leicht verblüfft. Ich hatte keine Ahnung, wer das war. Nach ein bisschen Recherche fand ich heraus, dass er Frontmann der Band Harpyje ist. Ok, ich wusste zwar nicht viel mehr, aber immerhin Etwas.Da seine Band New Medieval Rock macht, konnte er wohl kaum ein durchgeknallter Massenmörder sein. Durchgeknallt vielleicht, bestimmt sogar, aber kein Massenmörder. Da durchgeknallt ja zu mir passt, die Hörproben von Harpyje jetzt so schlecht nicht klangen und mein Profil eh nichts über mich preis gibt *g*, nahm ich die Freundschaftsanfrage mal an. Damit war das Thema Harpyje theoretisch für mich erledigt. Doch der Herr Samstag Sonnt… Wochentag Freitag liess irgendwie nicht locker und postete immer mal wieder etwas über die Band und das aktuelle Album Freakshow. Also sah ich mich irgendwann „genötigt“, die CD zu ordern. Was da aus den Boxen schallte klang nicht schlecht. Und so wanderte Harpyje auf meine Liste „Sollte man mal live erleben“. Als dann die Folksheldentour von Harpyje und Metusa angekündigt wurde, war für Gwen und mich klar, wenn möglich wollen wir dahin. Nachdem wir alles in Bewegung gesetzt und eine Übernachtung organisiert (Danke Aurja!) hatten, hiess es nur noch, sich in Geduld zu üben. Doch schliesslich kam der lang ersehnte Termin. Ich stimmte mich mit einem tollen Schandmaul-Konzert ein, Gwen mit einem Zahnarzttermin.

Am Samstag Morgen sammelten wir bei unserem Hausbahnhof unsere Voralbergerin ein – sie kam nämlich auch mit – dann ging es auch schon los in Richtung Rutesheim. Trotz der Stuttgarter Grossbaustelle waren wir kurz nach Mittag bei der Festhalle. Ich selber hatte die Fahrt gar nicht richtig mitbekommen, da ich auf der Rückbank meine Kopfschmerzen wegschlief. Bevor ihr euch jetzt fragt, warum die durchgeknallten Hühner so früh bei der Halle sein wollten, dafür gab es einen Grund. Unsere Voralbergerin möchte eine Ausbildung in Richtung Eventtechnik, Bühnentechnik machen und durfte schon mehrmals bei Metusa reinschnuppern (Ein dickes Danke an dieser Stelle, ich finde das Klasse). Für das Konzert in Rutesheim war sie als Helferin fest eingeplant worden und so mussten wir sie da so zeitig wie möglich abgeben.

Für Gwen und mich ging es weiter zu Aurja, wo wir lecker verköstigt wurden. Anschliessend ans obligate „Aufhübschen“ wurde noch kurz vorgeglüht*, bevor es wieder nach Rutesheim ging, wo wir uns mit dem Piraten und weiteren MPS-Familienmitgliedern trafen. Dort ging das Vorglühen* munter weiter, dazwischen bastelten wir eine Überraschung für den Saitenreiter. Dann wurde es langsam Zeit, sich in Richtung Festhalle zu begeben. Der Einlass verlief, wenn auch Etwas verspätet, relativ zügig. Drinnen suchten wir Domenicus, schliesslich wollten wir unsere Überraschung loswerden.

DSC_3307_00013.jpgAuf dem Abschieds-MPS in Maxlrain klagte Domenicus darüber, dass das Leben als Spielmann hart sei und er kaum Geld verdienen würde. Daher reiche es nicht mal für frisches Obst in sein Frühstücksmüsli.
Zwischen Aurja, Gwen und mir reichte ein Blick.
Alanna war auch ganz begeistert, als wir ihr erzählten, wir würden das Thema aufgreifen. Die ursprüngliche Idee – eine einzelne Himbeere auf einem Silbertablett – verwarfen wir schnell zu Gunsten von etwas Speziellerem.

Der Saitenreiter tat gut daran, misstrauisch zu sein. Zwar strahlte er, als wir ihm den Früchtekorb überreichten. Aber er kennt uns wohl zu gut und so entdeckte er die hochprozentigen Obstsorten in Flüssigform relativ schnell. Tja, uns muss man nicht auf dumme Ideen bringen. Aber wenn man es tut, sollte man auch damit umgehen können 😀

DSC_3385_00091.jpgNach dieser kleinen Episode spielten wir noch am Glücksrad und besorgten ein bisschen Merch, bevor wir uns dann vor der Bühne in der 1. Reihe installierten. Nachdem die Massagereihe erfolgreich sämtliche Verspannungen gelöst hatte, klebte Aurja noch die Stolperfallen am Boden weg, dann waren wir bereit.

Das Konzert eröffneten Scurra mit ihrem Koboldrock. Die Weimarer gaben tapfer Vollgas, auch wenn noch nicht viele Leute den Weg vor die Bühne gefunden hatten. Die wenigen, die es geschafft hatten, erlebten eine grossartige Party. Die Kobolde mögen für den Einen oder Anderen noch etwas Feinschliff – oder eher Grobschliff – benötigen, mir haben sie aber durchaus Laune gemacht und ich fand, sie waren eine grossartige Eröffnung.

DSC_3517_00223.jpgDanach folgte ein erster Bühnenumbau, der Neugierde auf später weckte. Immerhin wird nicht jeden Tag ein elektrischer Stuhl auf der Bühne eingerichtet.
Dann legten die Harpyjen auch schon los und machtem dem Namen ihres Silberlings alle Ehren. Es war eine grossartige Freakshow und auch der erwähnte elektrische Stuhl kam zum Einsatz. Frontmann Aello wurde nämlich darauf gegrillt, bis seine Hirnzellen wieder einigermassen gleichmässig gerichtet waren.
Mich haben die Harpyjen an diesem Abend restlos von sich überzeugen können und ich hoffe, sie bald wieder live zu erleben.

DSC_3809_00515.jpgNach einem weiteren Bühnenumbau waren dann endlich Metusa an der Reihe. So emotionsgeladen wie das letzte Konzert gewesen war, wurde es zum Glück nicht. Dafür aber wurde so richtig abgerockt. So sehr, dass die 1. Reihe sich öfters vor des Saitenreiters Instrumenten in Sicherheit bringen musste. Aber es machte irre viel Spass.

Wer sich gefragt hat, warum die Bühnentechniker immer mal wieder „durch das Bild latschten“. Tja, man sollte halt alle Elemente der Bühne miteinander verbinden und sich nicht nur minimalistisch auf die äusseren Verbindungen beschränken 🙂

Nach dem Konzert ging die Party noch weiter. Es wurde gequatscht, gelacht und mit Freunden ein genialer Abend gefeiert. Doch auch der schönste Abend endet irgendwann und so fuhren wir schliesslich zu Aurja zurück. Dort gönnten wir uns noch einen letzten Absacker, bevor wir in unsere Betten fielen.
Am nächsten Morgen wurden wir mit Kaffee geweckt, bevor es dann leckeres Frühstück gab. Danach hiess es aber schon wieder, alles 7-Sachen zu packen. Wir mussten pünktlich zurück sein, damit unsere Voralbergerin ihren Zug in Richtung Heimat nicht verpasst.

 

 

*Vorgeglüht wird mit Kaffee und Actimel, ihr Banausen! Was denkt ihr nur wieder 😀

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