Wir grillen Metaller

Whaaaaaaaat?

Naja, nicht so ganz, aber ähnlich halt. Anfang September fand in Katzenbach in der Oberpfalz das Metallergrillen statt. Ein kleines, aber feines Festival und absolut empfehlenswert. Ursprünglich entstanden war das Ganze, als ein paar Metalheads aus der Umgebung sich zu gemeinsamen grillen und Metal hören (damals noch ab Presse) trafen. Jetzt – nur wenige Jahre später – ist daraus ein zweitägiges Festival mit 15 Live-Bands geworden.

Gwen war von ihrem Freizeit-Arbeitgeber metalnews.ch beauftragt worden, mit guten Bildern vom Festival zurück zu kommen. Da auf einem Festival fast nie genug Schreiberlinge und Fotografen sein können, haben sie mir auch eine Akkreditierung organisiert. Hier nochmals herzlichen Dank an Gwen und metalnews!
Da Gwen an dem Tag noch arbeiten musste, ging ich sie gegen Abend abholen. Unser Weg nach Katzenbach wurde durch Staus und Autobahnsperrungen dermassen beeinträchtigt, dass wir rund eineinhalb Mal so lange brauchten, als eigentlich üblich. Daher trafen wir um kurz vor 23 Uhr erst am Ort des Geschehens ein. Bei der Zufahrt wurde uns erklärt, dass wir mit dem Auto nicht zum Campingbereich dürfen, da sich dieser im Infield befindet. Was waren wir froh, hatten wir ausser unseren Klamotten, der Fotoausrüstung und Luftmatratzen nur zwei Wurfzelte mitgenommen. Wir wussten zwar, dass es platzmässig eng werden würde, aber dass wir alles noch von der Strasse runterschleppen würden, hatten wir nicht gewusst. Während Gwen das Auto wegfuhr, passte ich auf unsere Sachen auf. Die Bändchenausgabe und die anschliessende Sicherheitskontrolle brachten wir rasch hinter uns. Dann ging es aufs Gelände. Die Campsite war tatsächlich schon ziemlich voll. Wir fanden aber ein halbwegs vernünftiges Plätzchen zwischen Grillplatz und Wettkampfarena.

Obwohl wir uns sehr auf Battle Beast gefreut hatten, waren wir mittlerweile so spät dran, dass die Finnen uns vor allem die musikalische Unterhaltung für unseren Aufbau lieferten. Da dies aber doch relativ schnell erledigt war, gingen wir trotzdem noch zur Bühne, um die letzten Minuten der Show zu geniessen. Wir kamen gerade rechtzeitig dazu, als Noora dem Publikum erkärte, sie habe so hart gefeiert, dass sie ihre Hose zerrissen habe. Die Hose wurde notdürftig mit Sicherheitsnadeln geflickt und schon ging die Show weiter.
Nach dem Konzert von Battle Beast zogen wir uns schon recht bald in unsere Zelte zurück. Jetzt sollte sich die Nähe zum Grillplatz doch ein wenig rächen. Da die ganze Nacht Feierwillige ums Feuer sassen, war der Nachtschlaf nicht ganz so erholsam, wie gehofft. Die lauten Gespräche, das Gelächter, vor allem aber die sehr laute Musik verhinderten ein Durchschlafen, daran konnten auch Ohrstöpsel nicht viel ändern.

Der Samstag startete dann entsprechend schwerfällig. Doch nach zwei Bechern Wachmach (Kaffee) und einem zünftigen Frühstück, fühlte ich mich wieder wie ein menschliches Wesen 😉

DSC_0048.JPGDie erste Band des Tages waren Sleepers‘ Guilt aus Luxembourg. Die Melodic Trash Metaller schafften es, die noch müden Metalheads vor die Bühne zu locken und schon bald wurde kräftig abgerockt. Musikalisch gefällt mir die Band echt gut, mit dem Growling kann ich aber noch nicht wirklich viel anfangen. Dennoch würde ich sie mir auf einem anderen Festival bestimmt wieder anhören.
Als zweite Band des Tages kaperten The Privateers die Bühne. Obwohl ich normalerweise Piraten-Folk, Piraten-Rock und Piraten-Metal sehr gerne mag, schaffte die Band es nicht, mich von sich zu überzeugen.

DSC_0180.JPGMit klassischem Heavy Metal wartet die nächste Band auf. Schwarz gewandet, Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, einen riesen Hammer schwingend kommen HAMMER KING auf die Bühne. Die Band aus Kaiserslautern machte ordentlich Druck und ich persönlich hatte sehr viel Spass.
Mit der nächsten Band konnte ich dafür überhaupt nichts anfangen. Warfield bedient definitiv Bereiche, die mir persönlich nicht zusagen. Zum Glück hatte es genügend Metalheads, die mit Warfield zusammen abrockten, dann konnte ich mich getrost an die Seite zurückziehen und ein bisschen mit Sleepers‘ Guilt quatschen. 😉
Weiter ging es mit einer Erfindung des Festival-Gründer-Ehepaars und seit Jahren einem der Metallergrillen-Höhepunkte. Es wurde Zeit für die Krautsurf-WM. Da mir Sauerkraut nicht so wirklich schmeckt und ich schon den Geruch nicht mag, wird sich mir wohl nie erschliessen, warum man über Sauerkraut rutschend versucht, einen neuen Weitenrekord aufzustellen. Doch die Teilnehmer schienen ordentlich Spass zu haben, das Publikum hatte den ohnehin, warum also nicht.
Vielleicht hatte mir das Sauerkraut doch das Hirn zu sehr vernebelt, doch an den Auftritt von Blizzen erinnere ich mich nicht so wirklich. Nicht schlecht, aber auch nicht so gut, dass da viel hängen geblieben ist, so zumindest mein Fazit.

DSC_0709_00249_2.jpgEine Band die ich irgendwie absolut nicht auf dem Plan gehabt hatte, die mich aber umso mehr von sich zu überzeugen wusste, waren Double Crush Syndrom. Eine grossartige Performance, viele schnoddrige Sprüche und richtig guten Sound. Von mir eine klare Empfehlung, sehr gerne wieder!
Dann wurde es Zeit für mein persönliches Highlight. Bloodbound betraten die Bühne. DSC_0806_00345.jpgDie sechs Schweden lieferten Power Metal vom Feinsten und wussten das Publikum absolut von sich zu überzeugen.
Als nächste Band war Tankard an der Reihe. Absolut nicht meins. Ich war ganz froh, dass Bloodbound gleichzeitig Signierstunde/Fantreffen abhielt, so bekam ich von der Show nicht allzu viel mit. Die Gespräche mit den Schweden waren so interessant, dass ich nicht nur Tankard verpasste, sondern auch noch der Headliner Wizard komplett an mir vorüberging. Dafür hatten Gwen und ich die Band soweit, dass sie versprachen, sich für das Sabaton Open Air 2018 buchen zu lassen. Schliesslich planen wir zwei da Etwas in die Richtung. Würde ja perfekt aufgehen – erst Wacken, dann Urlaub in Schweden und dann Sabaton Open Air 😀

Am Sonntag brachen wir unser Lager ab und verluden unseren Kram, bevor es dann in Richtung Heimat ging. Unterwegs machten wir nochmals Pause und genossen ein verlängertes Frühstück-Mittagessen. Aber so viel Zeit muss einfach sein.
Das Festival wird mir in guter Erinnerung bleiben und ich kann nur sagen: Metallergrillen – immer wieder gerne.

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