Und alles ist düster

Achtung Triggerwarnung:
Dieser Text entstand kurz nach der Diagnose meiner Depression und befasst sich mit dem Thema aus Sicht einer Erkrankten. Er ist düster, traurig und sehr schmerzhaft; sowohl für mich, als auch für den Leser. Wer das nicht erträgt, soll bitte nicht weiterlesen.

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Seit Kindertage Migräne – doch mir geht es immer noch gut.
Seit Teenagerzeiten Psoriasis – doch mir geht es immer noch gut.
Seit Mitte Zwanzig PCOS – doch mir geht es immer noch gut.
Seit Anfang 30 Diabetes Typ II – doch mir geht es immer noch gut.

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Und du fragst dich, warum trifft es immer mich?
Doch eigentlich geht es dir ja gut.
Und dein Gedankenkarussell dreht sich weiter.
Doch es geht dir ja nicht schlecht.
Und die Spirale dreht sich schneller.
Und deine Gedanken werden ein bisschen düsterer.
Doch eigentlich willst du das ja nicht, schliesslich geht es dir gut.
Und deine negativen Gedanken werden stärker.
Und dein inneres Strahlen verliert an Leuchtkraft.
Doch nach Aussen strahlst du weiter.
Und du solltest den Haushalt machen, findest aber keine Kraft.
Und du schämst dich, verachtest dich sogar ein wenig dafür.
Doch nach Aussen spielst du vor, es wäre alles in Ordnung.
Und in deinem Inneren breitet sich die Dunkelheit aus, Stück für Stück.
Doch für dein Umfeld lächelst du weiter.
Und du fragst dich manchmal, ob du es nicht einfach beenden sollst.
Doch deiner Familie und deinen Freunden kannst du das nicht antun.
Und du solltest dich mal wieder um deine Familie kümmern, aber dann könnten sie etwas merken.
Und deine Freunde wollen etwas mit dir unternehmen, obwohl es doch so anstrengend ist.
Doch du verstellst dich und spielst alles herunter.
Und dein inneres Licht flackert im Sturm, der in dir tobt.
Und du fragst dich, warum du überhaupt noch weiterkämpfst.
Doch du willst deiner Familie und deinen Freunden nicht wehtun, also quälst du dich weiter.
Und du verlierst die Freude an deinen Hobbies.
Und was dir früher Spass machte, ist heute reine Tortur.
Doch du tust so, als ob das nur vorübergehend wäre.
Und während du die Fassade verzweifelt aufrecht erhältst, zerbricht dein inneres Selbst Stück für Stück.
Und du siehst das Messer in deiner Hand an.
Und du überlegst dir, wie es sich wohl anfühlt, wenn du es einsetzt.
Doch das solltest du deinem Umfeld nicht antun.
Und du willst weinen, auch wenn du keinen Grund dafür hast.
Doch die Tränen stecken in dir fest, denn du hast ja keinen Grund dafür.
Und du blickst von oben die Treppe hinunter.
Und du fragst dich, ob es hoch genug wäre.
Doch du hältst dich zurück.
Wie lange noch?

Dann, irgendwann sitzt du deiner Ärztin gegenüber. Eigentlich soll sie dich beruhigen, denn schliesslich geht es dir ja gut. Aber sie stellt Fragen, Fragen die wehtun, Fragen die Angst machen, Fragen die zum Nachdenken anregen.
Und am Ende stehst du da, mit diesem schrecklichen Wort:

Depression

Wie geht es jetzt weiter?
Wem muss ich Bescheid sagen?
Wen will ich informieren?
Was kommt jetzt alles auf mich zu?
Wo bekomme ich Hilfe?
Wieso sollte mir überhaupt jemand helfen?
Wer kann mich überhaupt noch gern haben?
Warum immer ich?
Und schon bist du wieder in dieser Negativspirale.
Doch das willst du ja eigentlich nicht…….

Weg_ReaSigg_drachenkralle.net

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